Joy Denalane Biografie
Joy Denalane, Tochter einer deutschen Mutter und eines südafrikanischen Vaters, wurde als drittes von sechs Kindern in Berlin-Schöneberg geboren und verbrachte nach einem Umzug der Familie nach Berlin-Kreuzberg ihre Grundschulzeit sowie die meiste Zeit ihrer Jugend in diesem multiethnischen Stadtteil. Mit sechzehn Jahren zog sie von zu Hause aus und begann sich auf die Musik zu konzentrieren.Joys südafrikanischer Nachname Denalane Dinalani bedeutet soviel wie „strahlender Stern“ (in der Sprache „Pedi“) und manchmal scheint es, als hätte sie gar keine andere Wahl gehabt, als dieser Verheißung zu folgen. Ausgestattet mit einer Mischung aus politischem Bewusstsein, einer bildungsorientierten Erziehung und selbst angeeigneten „street smarts“ stürzte sich Joy als Teenager ehrgeizig in die Berliner Musikszene und spielte bald mit lokalen Soul- und Reggae Bands.
Wie so oft bei herausragenden Künstlern empfand auch Joy ihr Talent, das in seiner Vielseitigkeit später ihre Einzigartigkeit ausmachen würde, am Anfang ihrer Karriere zuerst als Hindernis. Trotz ihres offensichtlichen gesanglichen Könnens und inspiriert von einer Vielzahl verschiedener Einflüsse, hatte sie es vorerst schwer, zu ihrem eigenen Stil zu finden, auch dann noch, als sie bei einer Major-Plattenfirma ihren ersten Vertrag unterschrieb. Doch diese anfänglichen Schwierigkeiten sollten sich schon bald in Wohlgefallen auflösen.
Dank eines Anrufes ihres BMG-A&R´s wurde Joy für eine Session mit den Produzenten & DJs Thomilla und Tiefschwarz nach Stuttgart eingeladen. Einer der Songs, die dabei entstanden, war ihr erster Chart-Erfolg, der internationale Club-Hit „Music“. Zur selben Zeit suchte der Frontmann der Band Freundeskreis, Max Herre, eine Sängerin, die ihn auf dem Duett „Mit Dir“ begleiten sollte. Sie wurden einander vorgestellt, gingen ins Studio und harmonierten auf Anhieb. Der Song, eine zeitlos-romantische Liebeserklärung, begeisterte die Hörer und wurde ein Top Ten Hit im Sommer 1999. Doch die Chemie zwischen ihnen entpuppte sich als weit mehr als nur musikalisch und so wurden die beiden ein Paar und im folgenden Jahr auch Eltern.
Zeitgleich schloss sich Joy den FK Allstars (u.a. Max Herre, Afrob, Gentleman, Sékou Neblett, Déborah, Brooke Russell, Don Philippe, DJ Friction) an und endlich fand sie sich auch künstlerisch in einem Umfeld wieder, dass dieselbe Vielfalt widerspiegelte, die sie selbst als Heranwachsende erfahren hatte. Innerhalb der nächsten zwei Jahre (2000-2002) tourte sie ununterbrochen mit dem Projekt und entwickelte dabei ihren eigenen, unverwechselbaren Stil. Sie unterschrieb bei Four Music und begann an ihrem ersten Soloalbum zu arbeiten. Das Album „Mamani“, produziert von Max Herre, debütierte 2002 auf Platz 8 in den deutschen Charts und brachte vier Singles hervor („Sag’s Mir“, „Geh’ Jetzt“, „Was Auch Immer“ und „Im Ghetto Von Soweto“). Mit seiner ambitionierten Mischung aus R&B, Soul, Jazz und Afro-Beat erreichte „Mamani“ eine weite, genreübergreifende Zuhörerschaft. Joys ausdrucksstarke Stimme, die mal an Letta M´Bulu, mal an Aretha Franklin oder Mary J Blige erinnerte, hielt das Album mit seinem weiten musikalischen und thematischen Spektrum nicht nur zusammen, sie machte es zu einem Meilenstein des deutschen Soul.
Nach zahlreichen ausverkauften Tourneen, einem Live-Album/DVD, vielen Auszeichnungen (Viva Comet, 1Live Krone, Neo-Award, Echo-Nominierung) und weltweiter Anerkennung hat die unangefochtene „Queen of German Soul“ (MTV) nun ihr zweites Werk vollendet. Das Album „Born&Raised“ ist weitaus mehr als nur ein Nachfolger von „Mamani“; es ist sprichwörtlich ein triumphaler Aufbruch zu neuen Horizonten. Joy Denanlane ist mit „Born&Raised“ nicht nur musikalisch und stimmlich gereift, sie hat sich auch dazu entschieden, wieder in englischer Sprache zu singen, um auch ein internationales Publikum mit ihren Texten zu erreichen, die auf „Born&Raised“ ebenso wie zuvor schon auf „Mamani“ inhaltlich weit über das im zeitgenössischen R&B/Soul Übliche hinausgehen. Man konnte bereits erahnen, was bald kommen würde, als man Joys Refrain auf dem Remix der von Kanye West produzierten Common Hit-Single Go hörte, die im Sommer 2005 veröffentlicht wurde.
Das aktuelle Album „Born&Raised“ schafft es, obwohl musikalisch zielgerichteter als sein Vorgänger, die Vielfalt und Dynamik zu bewahren, die Joy Denalane-Fans so zu lieben gelernt haben. Für dieses Album hat sich Joy wieder mit ihrem Ehemann und Produzenten Max Herre sowie dem Songwriter Sékou Neblett, einem langjährigen Freund und Kollegen, zusammengetan und ein wahres Meisterwerk hervorgebracht. „Born&Raised“ ist eine zeitlose Mélange aus spätem 60er Jahre Soul, zeitgenössischem Hip Hop/R&B, Gospel und gefühlvollen Balladen und ist doch durch und durch „2006“.
Aufgenommen wurde das Album im berühmten „The Studio“ (The Roots, James Poyser, Larry Gold, u.v.a.) in Philadelphia vom international renommierten Engineer Axel Niehaus. Unter den vokalen Gast-Beiträgen finden sich Namen wie der legendäre Raekwon vom Wu-Tang Clan, den man auf Joys Remake seines Klassikers „Heaven or Hell“ zu hören bekommt, oder Jay-Zs neuester Protegé, Lupe Fiasco, auf der sozialkritischen HipHopSoul-Hymne „Change“. Eingespielt wurden die Stücke unter anderem von James Poyser (Hammond B3), dem Bassisten und Produzenten Anthony Tidd, dem gefeierten Trompeter Matt Cappy zusammen mit Jeff „Bone Deep“ Bradshaw (Posaune) und einer Vielzahl der besten Musiker aus Philadelphia und New York, u.a. dem Gitarristen/Produzenten Chris Sholar (Q-Tip, Stevie Wonder), Schlagzeuger Steve Mckie (Bilal), Keyboarder Junius Bervine (Musiq), dem Bassist Josh David, Vocalistin Erika Hicks und nicht zuletzt dem international gefeierten StringArranger/Composer Larry Gold.
Max Herres Vision für das Album war es, die oft auf Samples basierenden Tracks, darunter auch Produktionen von Kanye’s Mentor No ID oder von Jake One (u.a De La Soul), BAB Garde ( Frankfurt/ Main ) noch einmal mit Live-Instrumenten einzuspielen, sie teilweise kompositorisch zu verändern oder zu ergänzen und sie dann wieder mit den programmierten Beats zu unterlegen. Dieses progressive Produktionskonzept, das „Born&Raised“ noch außerordentlicher macht, war nach Max’ eigener Aussage sehr aufwändig, aber lohnenswert, da es musikalisch viele Möglichkeiten eröffnete und dem Album seinen homogenen und eigenständigen Sound gibt.
Joy Denalanes „Born&Raised“ ist eines dieser seltenen Alben, das alle Zutaten hat um ein wahrer Klassiker zu werden, der bei jedem Anhören neue, noch unbekannte Seiten offenbart.
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